Die Geschichte des Drahthaar Magyar Vizsla


Manche Freunde dieser Rasse wissen vielleicht nicht einmal, dass die Geschichte des "Drahtis" erst vor etwa siebzig Jahren begann.
Um ca. 1930 kam in den Reihen der Jägern der Wunsch auf, die ausgezeichneten Eigenschaften des kurzhaarigen Magyar Vizsla auf eine Rasse zu übertragen, welche der Kälte des eisigen Winters in Ungarn besser trotzen könnte.
Diese neue Idee hatte viele Befürworter, aber auch etliche Gegner.
Man wurde sich jedoch darin einig, dass diese neue Rasse ebenfalls ein Magyar Vizsla sein solle, mit den selben ursprünglichen und erhaltenswerten Eigenschafte. Man wollte versuchen, lediglich das Haarkleid widerstandsfähiger zu züchten.
Dieses Ziel versuchte nun als aller erster Josef Vasas, Inhaber des "Csabai" Kennels aus Hejöcsaba. Kurze Zeit später stiess Làszlò Gresznàrik vom de Selle Kennel zu. Gresznàrik war ein Kenner der Deutsch Drahthaar Rasse und errreichte bereits bei dieser Rasse mit der Einkreuzung von einzelnen Deutsch Kurzhaar Hunden eine wesentliche Verbesserung des Drahthaars bei den Deutschen Vorstehhunden.
Sie entschlossen sich, den einfarbig braunen Deutsch Drahthaar Rüden Astor von Pottatal zwei ungarische Kurzhaar Hündinnen decken zu lassen. Sie beiden Hündinnen besassen eine extreme Jagdpassion und besassen eine erstklassige Abstammung. Es waren dies zum einen Zsuszi, eine Tochter von Kalman Kittenbergers Szikra und zum anderen Csibi.  Aus diesen beiden Würfen selektierte man die semmelgelben Nachkommen heraus und verpaarte sie untereinander weiter. Aus einem dieser Würfe stammt Dia de Selle, die erste als "gelber drahthaariger Vorstehhund" aufgeführte Hündin.
Dia entsprach im Gebäude dem Standard des Maygar Vizsla. Die Kopfform ähnelte mehr dem des Deutschen Vorstehhundes. Das Haarkleid war noch nicht drahtig genug, die Unterwolle nur spärlich vorhanden und zu wenig fest.
Trotzdem wurde das Projekt als gelungen bewertet und versprach auf die Dauer erfolgreich zu werden.
Josef Vasas stellte 1943 an den damaligen O.V.C. Magyar Vizsla Verein das Gesuch, den Drahthaarigen Magyar Vizsla als eigenständige Rasse zu züchten. Er stiess dabei auf grosse Widerstände. Von vielen wurde das Vorhaben als Spielerei abgetan und man meinte, der Kurzhaarige Magyar Vizsla solle der einzige, echte Magyar Vizsla bleiben. 
Nach langem Hin und Her einigte man sich darauf, dass ein eigenes Stamm- und Zuchtbuch geführt werden soll und die Hunde an Ausstellungen und Prüfungen vorgestellt werden sollen. Wäre einmal eine breitete Zuchtbasis da, würde man nochmals darüber befinden und einen entsprechenden Rassestandard erarbeiten.
Das Zuchtziel wurde wie folgt benannt: Der Drahthaar Magyar Vizsla solle das körperliche Erscheinungsbild des Kurzhaar Magyar Vizsla beibehalten (Körper und Kopf). Sein Wesen und seine Eigenschaften sollen ebenfalls beibehalten werden. Die Farbe soll das für den Magyar Vizsla typische semmelgelb bleiben. Sein Haarkleid jedoch solle hart und drahtig sein
Nach drei Generationen zeigten die Nachkommen die typische gelbe Farbe und das Äussere des Kurzhaar Vizslas. Von ihren deutschen Vorfahren erbten sie den gröberen Knochenbau und das
längere, drahtige Haarkleid.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden immer mehr Hunde registriert, so konnten 1944 bereits 60 Drahthaarige im Zuchtbuch aufgeführt werden.
Die Mehrheit dieser Hunde lebte und arbeitet in Nordungarn, im Felvidék um Budapest und in Csallòköz längs der Donau.
Die Zuchterfolge liessen auch das umliegende Ausland aufhorchen und schon bald begannen der Haraska Kennel (im Besitz des Barons Bornemissza), der Povàzia Kennel (Slimàk Koloman) den Weg in Östereich für den Drahthaarigen Magyar Vizsla zu ebnen.
Der Zweite Weltkrieg stoppte dann alle weiteren Bemühungen. Erst als 1947, der Csabai Kennel wurde indes verstaatlicht, konnte aber von Josef Vasas weiter geleitet werden, wurden die Bemühungen wieder aufgenommen und die junge Rasse konnte weiter gefestigt werden.
Zu erwähnen sind in diesen Jahren auch der Botond Kennel von Gàbor Kökeny und der Oroska Kennel von Sàndor Mészàros.
Im Ausland waren weiterhin der Povàzia, De Selle und Haraska erfolgreich.
Einige Quellen berichten, dass in dieser Zeit auch einzelne Irische Setter in die Linien eingekreuzt worden sind.
Schliesslich wurde 1966 der Drahthaar Magyar Vizsla als eigenständige Rasse unter der Reg.-Nr. 239 von der FCI anerkannt.
Leider erreichte der Drahthaar nie die Popularität seines kurzhaarigen Verwandten. Die meisten drahthaarigen Vizsla waren in den Händen von Jägern, welche sich nicht um Zuchtbücher oder Ausstellungen kümmerten. Aus diesem Grund wurden damals viele Hunde überhaupt nie registriert und erfasst. Um dies zu ändern entschied man sich, 1976 die erste Prüfung rein für Drahthaar Magyar Viszla zu organisierten. Eine stattliche Zahl von 26 Hunden wurden gemeldet. Diese Prüfung findet nun jedes zweite Jahr statt. Leider sind die Anmeldungen in den letzten Jahren rückläufig.  
Bis heute kann die Zucht des Drahthaar Vizsla mit der des Kurzhaarigen nicht mithalten.Wurden in den Jahren 2000/2001 jeweils 1000 kurzhaarige Vizsla geboren, waren es bei den Drahthaarigen ledliglich 30 Würfe mit 140-150 Welpen.
Auch heute noch werden die meisten dieser Welpen an Jäger abgegeben. Einerseits positiv für die Hunde, die dadurch ihrer usprünglichen Bestimmung nachkommen können, andererseits meist ein Verlust in züchterischer Hinsicht und dadurch auch ein kaum Vorhanden sein an Ausstellungen. Somit nimmt die Zuchtbasis nur langsam zu.
Die MEOE versuchte jahrelang, die Rasse zu unterstützen, indem sie sie von Ausstellungs- und Prüfungsgebühren befreite. Dadurch stieg die Anzahl der ausgestellten Hunde.
konnten einige Hunde mehr an Ausstellungen gezeigt werden.
Neuerdings wurde bereits an der Welthundeausstellung bei der Wahl zum "Best in Show" Drahthaar Magyar Vizsla in die engere Wahl genommen.
Die einer so engen Zuchtbasis ist es schwierig, die Rasse des Drahthaar Magyar Vizsla weiterzuführen. Die Population ist immer noch heterogen, vorallem was die Qualität des Haarkleides anbelangt. Es kommt immer noch vor, dass aus einer reinrassigen Drahthaar-Verpaarung ein kurzhaariger Magyar Vizsla entspringt.
Aber diese Schwierigkeiten  zu beheben, eine strenge Selektion und zielgerichtete Zucht ist unsere Aufgabe, damit diese wertvolle, wunderbare Hunderasse weiter bestehen wird.